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Podiumsdiskussion 
 

des Vereins zur Förderung und Unterstützung der Selbsthilfe im Suchtkrankenbereich (SIS) unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters von Bad Homburg, Herrn Reinhard A. Wolters.

"Kontrolliertes Trinken - Pro und Contra"

Samstag, 03.03.2001, 16.00 bis 18.00 Uhr

im Landgraf-Friedrich-Saal des Maritim-
Kurhaushotel Bad Homburg,
Ludwigstraße 3

Unter der Moderation von Frau Gretel Rieber (WDR) kommt es zur Diskussionsrunde der aktuellen Frage, ob Alkoholkranke lernen können, wieder kontrolliert zu trinken. Das Thema gilt als brandaktuell, da nicht nur in Fachkreisen in den letzten Monaten, hervorgerufen durch "angeblich neue Erkenntnisse", unstritten diskutiert, vielmehr auch Unsicherheit und Verwirrung auslösend bei den Betroffenen. Die Podiumsdiskussion soll dazu einen Meinungsaustausch ermöglichen.

Zu diesem recht brisanten und gleichsam umstrittenen Thema äußern sich

* Prof. Dr. phil. Joachim Körkel (Prof. für Psychologie an der Ev. Fachhochschule Nürnberg); siehe auch Presseartikel

* Dr. med. Eckhard Roediger (Ltd. Arzt der Salus-Klinik Friedrichsdorf)

* Bodo Rulf (Sozialtherapeut)

* Dr. phil. Erika Walch-Heiden (Psychotherapeutin; Vereinsvorsitzende SIS)

sowie die direkt Betroffenen "Anneliese" (trockene Alkoholikerin) und "Elke" (Angehörige)
 



 
 

Nachlese / Reaktion
des Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit im Freundeskreis Bad Nauheim

Zu Beginn der Nachlese möchten wir hier zunächst nochmals auf den Presseartikel hinweisen, der seiner Zeit von Focus veröffentlicht wurde und Stellung bezieht auf Prof. Körkel`s Projekt. Auf der Seite des Artikels finden Sie auch einen LINK zur Seite http://www.kontolliertes-trinken.de
Weiterhin machen wir nochmals aufmerksam auf die Verknüpfung zu SIS, den Veranstalter der Podiumsdiskussion. Sie erhalten über diese Verknüpfung Einsicht darüber, wer SIS ist und welche Ziele die Vereinigung verfolgt. SIS ermöglichte die Diskussionsrunde in Bad Homburg.

Bereits 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung zeigte sich reger Andrang im Landgraf-Friedrich-Saal des Maritim-
Kurhaushotels. Die bereitgestellte Bestuhlung reichte nicht aus und mußte erweitert werden, um allen Besuchern Platz zu gewähren. So erschienen sicherlich über 250 Gäste - alle interessiert am "Pro und Contra".

Pünktlich um 16.00 Uhr wurde die Runde von Frau Dr.Walch-Heiden (Vorsitzende von SIS) eröffnet und bevor das Wort an die Journalistin des WDR, Frau Gretel Rieber, weitergegeben wurde, erfolgte die Begrüßung durch den Oberbürgermeister von Bad Homburg, Herrn Reinhard A. Wolters, der die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hatte.

Frau Rieber, verantwortlich für die Moderation innerhalb der Podiumsdiskussion, leitete die Runde in ehrenamtlicher Funktion sachlich und präzise um den Zeit- und Gesprächsrahmen in Grenzen zu halten. Wie zudem bekannt wurde, ist die Suchtthematik für Frau Rieber ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit als Journalistin.

Nach der Vorstellung der Diskussionskontrahenten ging es schnell zum Thema "Kontrolliertes Trinken - Pro und Contra" über und Nährboden, sowie Auslöser waren, wie erwartet, die Aussagen, Theorien und Erfahrungen von Herrn Prof. Dr. phil. Körkel, der in den vergangenen Monaten in unterschiedlichen Medienberichten für Aufsehen erregte, anscheinend mit einem neuen Therapieprogramm, das eigentlich nicht funktionieren kann, so wie Gegner des Projekts immer wieder verlauten ließen.

Die, die sich mit der Thematik des Kontrollierten Trinkens langjährig ausseinandergesetzt haben und fundiertes Hintergrundwissen erreichten, für diese Personen müsste es eigentlich von vorn herein klar gewesen sein, daß die Presseberichte unzureichend, nicht ausführlich genug oder schlichtweg falsch wiederspiegelten, was Prof. Körkel zu sagen bzw. bereits umgesetzt hatte. Dieses bestätigte Prof. Körkel dann auch selbst und erklärte die Zusammenhänge ausführlich, wobei der aufmerksame Zuhörer, der auch nicht stetig mit Vorurteilen behaftet ist, schnell bemerkt hat, dass Prof. Körkel mit seiner "Therapie" ein neues, zusätzliches Angebot im Rahmen der Suchtkrankenhilfe geschaffen hat. Er betreibt ein Programm, das Menschen anspricht, die heute für die Selbsthilfegruppen weitgehend unerreicht bleiben. So war nicht zu überhören, dass Prof. Körkel keineswegs abstinent lebende Menschen zum (kontrollierten) Alkoholkonsum zurückführen möchte oder sein Programm als Ersatz für eine Langzeittherapie anbietet. Auch wird kein Abhängiger langfristig von Körkel`s Programm provitieren, da es schon allein von der Trinksucht "nicht akzeptiert" werden würde. Hat nicht nahezu jeder Abhängige schon zahlreiche gescheiterte Versuche zum Erreichen des Kontrollierten Trinkens hinter sich? Das ist doch einem Fachmann wie Körkel mit Sicherheit bekannt. Sein Projekt dient eben einer anderen Zielgruppe, die sich schon dahingehend allein erklärt, dass seine Teilnehmer von selber den Weg in seine Gruppe suchen, somit selbst erkannten, dass ihre Trinkgewohnheiten aus dem Rahmen fallen und sie sich ggf. auf dem besten Weg zur Abhängigkeit befinden. Vielleicht sollte Prof. Körkel sein Projekt klar und abgegrenzt als Präventivmaßnahme und Vorstufe zur Suchtkrankenhilfe darstellen, dann würden viele Mißverständnisse im Keim erstickt.

Ganz klar ist es schon, wenn langjährig trockene Alkoholiker und auch Suchtkrankenhelfer hier auf die Barikaden gehen wollen/wollten, weil sie den Sinn von Körkel`s Programm nicht eindeutig erkannt haben/hatten. Das zeigte sich auch in der Diskussionsrunde sowie bei einigen Rednern aus dem Puplikum und dahingehend war diese Veranstaltung sehr wichtig, da sie Aufklärung verschaffte. Andererseits ist es schon unverständlich, warum Dr. med. Roediger sich bis zum Schluß der Runde als Gegner des Körkel-Projekts zeigte, obwohl er als leitender Arzt der Friedrichsdorfer Salus-Klinik und mit dem dazu erforderlichen Fachwissen verstehen müsste, was Körkel zu sagen hatte. Dr. Roediger hätte wenigstens beim Diskussionsende einlenken und dem Publikum signalisieren müssen, dass auch er sich von Medien- berichten beeinflussen lassen hat. Wäre es nicht wichtig, auch von Dr. Roediger zu hören, wie sinnvoll es ist, viele Menschen zu erreichen, viele unterschiedliche Programme anbieten zu können, alles mit dem Hintergrund, Menschen von der Alkoholsucht fernzuhalten oder zu befreien? 

Bleibt zu hoffen, dass alle Besucher der Podiumsdiskussion wissen, es gibt in Prof. Körkel keinen Scharlatan, der Menschen den Alkohol schmackhaft machen und mittels Kontrolliertem Trinken ganze Therapiezentren abschaffen will oder gar einen Rückführungsprozess für abstinente Alkoholiker erfunden hat.

Jedenfalls wünschen wir Prof. Körkel mit seinem Programm viel Erfolg, viele überzeugte Teilnehmer, denen vielleicht über diesen Weg der Absturz in die Abhängigkeit erspart bleibt. Auf alle Fälle wird präventiv hier etwas bewegt und mit Sicherheit Aufklärungsarbeit geleistet. Davon kann es einfach nicht genug geben.
 
 

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